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'Klugheit und Treue zeigen sich im Kleinen'

Mit der Gemeinde feiert Wallfahrts-Seelsorger Walter Juen.

Spontaneität und Albernheiten schenken Leichtigkeit und Spaß. Wir genießen Zeiten der Unbeschwertheit, ja manchmal sogar ein Tun, das aus Unüberlegtheit passiert. Auf Dauer kommen wir damit jedoch nicht weiter. Eine feste Grundlage für unser Leben finden wir in Weisheit und Zuverlässigkeit. Sie ähneln einem erhellenden, wärmenden und Orientierung gebenden Sonnenstrahl im Dunkel unseres Lebens. Die biblischen Lesungen an diesem Sonntag zeigen auf, dass nicht nur einige besonders begabte Menschen zu Einsicht und Treue fähig sind. Klugheit und Treue zeigen sich vor allem im Alltag und im Kleinen.

Zur Geschichte der Wallfahrtsbasilika

Im frühen 8.Jahrhundert wurde am 50 Meter hohen Liebfrauenberg in Rankweil die erste Kirche als Kastellkirche der churrätischen Bischöfe errichtet, mit einem Mauerring und einem Friedhof angelegt. Als Kirchenburg oder Wehrkirche eine Sonderform früher christlicher Kultbauten, war sie das Zentrum einer Großpfarrei, die zeitweise weite Teile des Vorarlberger Vorderlandes umfasste und bis ins Schweizer Rheintal reichte.

In Rankweil ist man stolz, dass die Liebfrauenkirche durch über alle Jahrhunderte ihre religiöse Ausstrahlung behielt, die sich auch in den Wallfahrtszielen, dem silbernen Kreuz, dem Gnadenbild und dem Stein des Heiligen Fridolin begründet.

Das Gnadenbild von Rankweil stammt aus dem 15. Jahrhundert (um 1460) und wurde von Hans Rueland aus Opfenbach im Allgäu angefertigt. Die Figur ist aus Lindenholz geschnitzt. Maria steht auf einer nach oben gewölbten Mondsichel. Sie trägt Jesus auf dem linken Arm, der sich mit seinem rechten Arm am Hals seiner Mutter festhält. Das Kind hat eine goldene Walnuss in seiner linken Hand. Sie ist nach dem Heiligen Augustinus ein Symbol für Christi: Die grüne Fruchthülle bedeutet Christi Leiden auf Erden, die hölzerne Schale weist auf das Holz des Kreuzes, der darin verborgene, essbare Kern auf die Leben spendende, göttliche Natur Christi.

Das Silberne Kreuz oder Wundertätige Kreuz ist 1233 durch Walter von Reutlingen, als er Pfarrer in Rankweil wurde, vermutlich aus Chur hergebracht worden. Das eigentliche Wundertätige Kreuz befindet sich in der silbernen Hülle und ist aus Lerchenholz. 1723 entschloss man sich, das hölzerne Kreuz mit Kupfer zu überziehen, um es zu schützen. 1780 wechselte ein Feldkircher Goldschmied im geheimen das Kupfer gegen Silber aus. Dazu benützte er die vorhandenen Silbervotivgaben, um sie vor der Auslieferung an die kaiserliche Regierung in Wien zu retten. Das Kreuz ist 131 cm hoch und wiegt etwa 36 kg.

In der kleinen Fridolinskapelle unter der Sakristei befindet sich der Stein des Heiligen Fridolin, der ein wichtiger Glaubensbote im alemannischen Raum war. Der Legende nach soll der Heilige Fridolin auf diesem Stein völlig entmutigt nach seinem ersten Auftritt vor dem Gaugericht in Rankweil gekniet und gebetet haben, und zwar so inbrünstig, dass sich seine Arme und Knie in den Stein hineindrückten. Viele Menschen vertrauen darauf, dass ein Knien in den Abdrücken des Steines Rheuma und andere Schmerzen lindert.

Die Vorarlberger Landesgedächtniskapelle befindet sich Seit 2012 in der Krypta der Basilika Rankweil. Ein Ort, der dem Leid und der Sprachlosigkeit gegenübersteht, ein Ort zeitgenössischer Architektur (Andreas Cukrowicz und Simon Metzler, Bregenz) und Ort zeitgenössischer Kunst (Matt Mullican, New York, Berlin). Ein Ort des Trostes im Fundament und doch hoch über allem; ein Ort, gewidmet der Würde aller Menschen, die unantastbar ist.

In die sechs Meter dicke Außenwand der Krypta wurde eine genau berechnete Röhre gebohrt, durch die Mitte März und Mitte September, zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche Sonnenstrahlen direkt auf einen Schrein mit Erinnerungsstücken gelangen:
Zwei Bücher mit der Auflistung aller in den Weltkriegen gefallenen und vermissten Soldaten Vorarlbergs – mit Namen genannt, weil sie nicht nur eine Nummer sind in einer Statistik, sondern Opfer mit ihrer Geschichte und ihren zerstörten Hoffnungen.

Der Rosenkranz des seligen Märtyrerpriesters Carl Lampert, den er im KZ bei sich trug – Woran halte ich mich, wenn mir jede menschliche Würde genommen wird? Ein Kopf aus Ton – ein Schrei aus der Tiefe, stumm, mit leeren Augen, modelliert von einem Patienten aus der ehemaligen Landesirrenanstalt Valduna. Matt Mullicans in den Fußboden eingelassene goldfarbene Messingscheiben zeigen die nächtlichen Sternbilder der nördlichen Erdkugel von Tagen des Leids. Am Beginn und am Ende dieser Tage steht jedoch die Hoffnung, denn im Anfang ist das Licht und am Ende steht der verheißene Messias. Gegenüber von Lichteinfall und Sternbildern fallen alle zwei Sekunden Wassertropfen von der Decke. Ihr Auftreffen am Boden ergibt einen sanften Klang, eine nicht wiederholbare Melodie. Wasser steht hier für Reinigung und die einzelnen Tropfen erinnern an die vielen durch Leid entstandenen Tränen. Das Intervall dieser Tropfen weist hin auf die Zeit, die für die Verarbeitung von Leid erforderlich ist.

Weitere Informationen aktuell im Internet unter www.zdf.fernsehgottesdienst.de.

Informationen zum Ablauf des Gottesdienstes:

Eingangslied: "Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr", GL 422

Kyrie: "Kyrie", GL 156

Gloria: "Allein Gott in der Höh", GL 167

Lesung: 1 Thess 5, 1-6

Antwortpsalm: Ps 128 (127), 1-2.3.4-5 (R: vgl. 1a)

Ruf vor dem Evangelium: "Alleluja", GL 174,1

Evangelium: Mt 25, 14-30

Predigt zum Nachlesen

Credo: "Credo in unum Deum", GL 177

Sanctus: "Heilig ist Gott in Herrlichkeit", GL 199

Agnus Dei: "Christe, du Lamm Gottes", GL 208

Schlusslied: "Segne du Maria", GL 535

 

Kontakt:

Katholische Pfarre Rankweil
Hadeldorfstraße 18
6830 Rankweil

ÖSTERREICH

www.pfarre-rankweil.at

office@basilika-rankweil.at

Zuschauertelefon von 10.15 bis 19 Uhr: 0700 / 14 14 10 10

Weiterführende Links:

Homepage der Gemeinde

Texte zum 33. Sonntag im Jahreskreis

Der Krankenbrief der Kath. Fernseharbeit

DVD-Bestellung

Gotteslob.katholisch.de

Videolexikon zu Kirche und Liturgie

 

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